Stoppt Karpfenklau!
 

 

Über dieses Thema zu schreiben liegt mir schon lange im Sinne. Nun ist der Zeitpunkt gekommen mal darüber zu schreiben, wie ich dieses Thema sehe und darüber denke.

Man kann unterschiedlicher Meinung sein, aber ein Flußfisch gehört in den Fluss und ein Seefisch in einen See. Sie sollten stets in ihrem Gewässer bleiben, in dem sie groß geworden sind. Karpfen sind zwar sehr robust und anpassungsfähig aber sie leiden nicht zu selten unter dem Umzug aus ihrer gewohnten Umgebung. Ein deutliches Zeichen dafür ist die einsetzende Gewichtsabnahme und der Vitalität nach dem Umsetzen. Ich finde es spricht nichts dagegen Karpfen aus freier Wildbahn, die in einem kleinen Entwässerungsgraben, vom verlanden bedrohter See, Überschwämmungspfützen oder dergleichen zu fangen und ihnen ein "vermeindlich besseres" Zuhause schenken. Genau so finde ich es auch legitim kleinere Karpfen (<10kg) oder Weißfische aus einem See aus zu setzen, beispielweise in einen nahliegenden Bach, Fluß oder großen See, um das Wachstum der Population sinnvoll zu steuern.

Heutzutage ist es leider nicht nur die Tackle- oder Fischfutter-Industrie, die an unserm Hobby Geld verdienen möchte. Einige Spezies unter uns haben auch erkannt, dass man mit dem Fisch selbt, vor allem an der Größe und Schönheit, viel Geld verdienen kann. Das bringt sie dahin, was mir persönlich bitter aufstößt. Sie fangen gezielt große oder sehenswürdige Fische in den verschiedensten Gewässen, nehmen sie mit und setzen sie in einen oder ihren Paylake.

Ich persönlich lehne solche Organisationen bzw. ein solches Verhalten total ab und werde niemals eine derartige Piraterie unterstützen! Wo bleibt der Sinn des Pioneering und des langersehnten Erfolgs? Natürlich setzen sich Angler immer an die Gewässer, in dem sie ihre großen Zielfische fangen wollen, aber das geschieht mit einem anderen Hintergrund.

Ich finde, wenn man vom Fischzüchter schöne, handverlesene Karpfen besorgt und sie von klein an in seinem Pool heranwachsen lässt, gilt das Gesetz der Gleichheit und das Risiko große und alte Fische beim Transport zu verlieren geht gegen Null.

In Frankreich haben es die einheimischen Angler an ihren Hausgewässern zu spüren bekommen...nicht ohne Grund wird dort der Fischtransport von Anglern mit Karpfen über 60cm seit einigen Jahren von der Organisation UNCM (Union Nationale des Carpistes en Mouvement) bzw. CAMOU (Phillipe Lagabbe) sehr hart bestraft (Geldstrafen von 22.500EUR).

Auch wenn die wirtschaftliche Lage uns zum Umdenken bringt, lasst doch bitte das Umsetzen von Großfischen aus dem Spiel, das macht unser geliebtes Hobby nur kaputt!

Viel Spaß beim Angeln und viele schöne Fische wünscht Euch

Nils Knödler

 

An dieser Stelle wollte ich noch kurz als DKAC-Mitglied anmerken, dass es in Deutschland wohl nie ein "Rücksetzgesetz" geben wird, dass es uns offiziell erlaubt mit dem Fang zu machen, was wir für richtig halten. Denkt bitte darüber nach, aber ein "Catch & Release" wie es in vielen benachbarten Ländern gibt, sollten wir uns hier in Deutschland nicht groß auf die Fahne der Speciemen Hunter schreiben! Das ist nicht gut für unser Ansehen!

Mein Credo: "Do it in the dark!" (zu deutsch: "mache es im Verborgenen!") - Leider!

 


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